Stuttgart-Rallye

Der Name der Stadt stammt von einem Gestüt (Stutkarten oder Stuotgarten), das der Herzog Luidolf von Schwaben um 950 auf dem Gebiet um die heutige Stiftskirche anlegen ließ. Noch heute erinnert das Stadtwappen an den Ursprung der Stadt. Schwarzes Ross auf gelbem Grund. Urkundlich erstmals um 1160 erwähnt, um 1220 erhielt der Ort die Stadtrechte. Stuttgart liegt auf 207-549 m Höhe über N.N. in einem Talkessel, der von dem heute zum größten Teil verdolten Nesenbach durchflossen wird. Der höchste Geländepunkt des Stadtgebiets ist die Bernhartshöhe nahe der Autobahnkreuzung Stuttgart-Vaihingen. Der tiefste Punkt liegt beim Neckarwehr in Hofen.

Titel Landeshauptstadt. Erst am 16. September 1976 beschloss der Gemeinderat bei 3 Gegenstimmen und 7 Enthaltungen, die Verleihung der offiziellen Bezeichnung "Landeshauptstadt" bei der Landesregierung zu beantragen. Der Ministerrat der Landesregierung Baden-Württemberg hat die Verleihung des Titels am 9.11.1976 beschlossen. Seit 1. Januar 1977 führt Stuttgart die Bezeichnung "Landeshauptstadt".

Der erste Oberbürgermeister. Im Jahr 1820 (Vereidigung am 26.10.1820 durch den Stadtdirektor) ernannte König Wilhelm I. Dr. August Willibald Feuerlein zum ersten Stuttgarter Oberbürgermeister. Mit diesem besonderen Titel statt der üblichen Bezeichnung Stadtschultheiß sollte der Rang Stuttgarts als Haupt- und Residenzstadt des Königreichs Württemberg hervorgehoben werden. Feuerlein übte das Amt 13 Jahre lang aus. Geboren am 24. Juni 1781 in Stuttgart. Er starb am 29. September 1850. Begraben auf dem Hoppenlaufriedhof.

Der Max-Eyht-See ist mit 17,3 ha der größte See Stuttgarts. Er wurde 1935 als Stausee angelegt.

Neues Schloss. Am 3. September 1746 hatte Herzog Carl Eugen den Grundstein für das Neue Schloss gelegt, um von Ludwigsburg nach Stuttgart umsiedeln zu können. Dazu war er nur bereit, wenn ihm auch ein Schloss geboten würde. Zuerst sollte dem jungen Herzog dafür das Alte Schloss hergerichtet werden. Doch damit fand er sich nicht ab. Er beauftragte für einen Neubau den italienischen Baudirektor Leopoldo Matteo Retti, nach dessen Tod 1751 der Pariser Architekt Pierre Louis Philipp da la Guêpière den Weiterbau übernahm, um dann 1768 die Leitung an Baudirektor Reinhard Ferdinand Fischer zu übergeben. Erst 1791 war das Bauvorhaben im Stadtzentrum fertig. 1805 bis 1807 ließ Herzog, später König, Friedrich die Räume von Nickolaus von Thouret im Empirestil neu gestalten. 1944 wurde das Neue Schloss zerstört. 1958 begann der Wiederaufbau, der erst 1964 beendet war.

Parkanlage Villa Berg. Die Anlage ist denkmalgeschützt. Der rund 24 ha große Landschaftspark entstand Mitte des 19. Jahrhunderts. Er wurde im Auftrag von Kronprinz Karl von Württemberg "mit einfachem Landhaus" auf der Anhöhe der Höllischen Brühl angelegt. 1913 ging der Park in den Besitz der Stadt über.

Parkanlage Karlshöhe. Der Verschönerungsverein der Stadt Stuttgart hat das Gelände der Karlshöhe Mitte des 19. Jahrhunderts gekauft und als Park umgestaltet. 1889 wurde die Anlage eröffnet. Bei der Bundesgartenschau 1961 ist die Verbindung mit dem Silberburgpark hergestellt worden.

Planetarium. Das Carl-Zeiss-Planetarium im mittleren Schlossgarten zählt zu den attraktivsten und bekanntesten Sternentheatern. Am 22.4.1977 wurde es eröffnet und erhielt von der Fa. Zeiss den damals modernsten und leistungsfähigsten Projektor. 277 Plätze stehen im Gebäude zur Verfügung. Es ist das bestbesuchte Planetarium Deutschlands mit 200 000 Besuchern im Jahr.

Gaskessel. Der aus dem Jahr 1949 (1929 fertiggestellt, 1944 völlig zerstört und 1948 nach altem Vorbild von der Fa. MAN wieder neu aufgebaut) stammende und 300000 m³ fassende Speicher ist der größte in Betrieb befindliche Gasbehälter Europas. Er ist 106 Meter hoch und im Durchmesser 67 Meter. An der Außenhülle befinden sich 100 000 Nieten, sie sind 40 mm lang und 17 mm dick.

Kanaldeckel. Unter den Straßen der Landeshauptstadt sorgen 1680 Kilometer Kanäle dafür, dass Regen- und Schmutzwasser abfließen. Im Abstand von jeweils etwa 40 Metern sind Schächte eingebaut, die den Zugang zur Kanalisation ermöglichen. Sie sorgen auch für die Be- und Entlüftung um dem Problem der Geruchsbelästigung zu begegnen. Die Rund 45 000 Kanaldeckel sind meist die einzig sichtbaren Zeugen dieser urbanen Unterwelt.

Robert-Bosch-Haus (Villa Bosch), Heidehofstr. 31. In den Jahren 1910-11 erbaut. Nach Renovierungs- und Umbauarbeiten dient das Gebäude seit 1986 als Sitz der Robert-Bosch-Stiftung.

Der Schwabtunnel war  Deutschlands erster städtischer Straßentunnel. Er wurde am 29.06.1896 unter dem Hasenberg eröffnet. Er war damals mit einer Breite von 10,5 Meter der breiteste Tunnel Europas. Er ist 125 Meter lang und verbindet Stuttgart West mit Stuttgart Süd. Von 1902-1972 fuhr auch die Straßenbahn hindurch. Baukosten: 288 420 Reichsmark

Der Tagblatt-Turm war das erste Hochhaus Württembergs. Er wurde 1924-28 von dem Architekten Ernst Otto Oßwald für die Zeitung „Neues Tagblatt“ errichtet und ist 61 m hoch. Nach dem 2. Weltkrieg wurde er zum Sitz der Stuttgarter Zeitung.

Stuttgarts Gartenschauen

1939 Reichsgartenschau (Einweihung Höhenpark Killesberg)

1950 Deutsche Gartenschau auf dem Killesberg

1961 Bundesgartenschau in den neugestalteten Mittleren und Oberen Schlossgartenanlagen

1977 Bundesgartenschau in den umgebauten Unteren Schlossgartenanlagen mit Verbindung zum Park der Villa Berg.

1993 Internationale Gartenbauausstellung mit einer Zusammenfassung der städtischen Parkanlagen zu einem „Grünen U“ durch Einbeziehung des Leibfriedschen Gartens und des Wartberggeländes.

Die Mineralquellen in Stuttgart-Bad Cannstatt und Berg waren schon den Römern bekannt und sind mit über 22 Millionen Litern täglicher Quellschüttung die ergiebigsten in ganz Westeuropa. In Stuttgart sprudeln auch die zweitgrößten Thermalquellen Europas. Von 19 Mineralquellen sind 11 als Heilquellen staatlich anerkannt.

Aus der Geschichte

·2.-3. Jh. Römische Badeanlagen in Cannstatt

·1377 Badestube in Cannstatt

·Ab 1815 Ausbau von Cannstatt zum europäischen Badeplatz

·1842 Eröffnung des Mineralbades Koch  (heute Leuze) auf der Stgt. Neckarseite

·1856 Eröffnung des Mineralbades Berg

·um 1870 Niedergang von Cannstatt als Weltbad infolge der Industrialisierung

·1900 Eröffnung des Mineralbades Cannstatt

·1933 Cannstatt wird zum Bad ernannt

·1944 Kriegszerstörung der Mineralbäder

·1973 Modell der Stuttgarter Kur von den Krankenkassen anerkannt

·1979-84 Aus-und Umbau des Mineralbades Leuze zum Kur-und Freizeitbad

·1994 Eröffnung des neuen Mineralbades Bad Cannstatt

Der Terminal 1 am Flughafen wurde im April 1991 eröffnet.

Das älteste Stuttgarter Haus steht in der Calwer Str. 39  und wurde 1640 erbaut.

Es gibt in Stuttgart rund 280 Brunnen. Neben 136 in der Verantwortung des Tiefbauamts sind das 19 mit Mineralwasser, 70 in Grünanlagen (Garten- und Friedhofsamt), 29 mit Trinkwasser (NWS), 20 in staatlichen Anlagen (Land) und 7 im Wald (Forstamt). Stand: 1998

Stuttgart ist die zweitgrößte Weinbaugemeinde in Deutschland. 1997 waren es 274 Weinbaubetriebe mit einer Fläche von 390 Hektar. 52 davon in Uhlbach und 32 in Cannstatt. 1999 waren es 425 ha Rebfläche, davon 120 ha in Steillagen.

Das Friedrichsbau-Varieté wurde am 24.02.1994 in der Rotunde der L-Bank neu eröffnet.

Stuttgarts letzte noch sichtbare Burgruine steht am Fuß des rechten Neckarufers in Stuttgart-Hofen in der Nähe der katholischen Kirche St. Barbara in der Wolfgangstr. Die frühere Lehensburg, eine von 38 auf Stuttgarter Markung, ist vermutlich im 11. oder 12. Jahrhundert entstanden und wurde im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) von den Schweden zerstört. Bis 1369 waren die Herren von Hofen die Burgherren, später kauften sich die Edlen von Neuhausen ein. Seit 1925 steht sie unter Denkmalschutz.

Die Markthalle wurde nach den Plänen des Stuttgarter Architekten Martin Elsaesser zwischen 1911 und 1914 erbaut und am 30.1.1914 eingeweiht. Sie steht unter Denkmalschutz. Eine weite 60 m lange und 25 m breite Halle wird von offenliegenden Stahlbetonträgern überspannt, über denen sich ein Glasdach wölbt. Sie gilt mit ihrem vielfältigen Angebot und ihrer Lage im Stadtzentrum als einmalig in Deutschland. Kosten damals: 1,85 Mio. Goldmark. König Wilhelm I. ließ 1865 in der Nähe des Rathauses auf dem Dorotheenplatz nach dem Vorbild der „Les Halles“ in Paris eine Markthalle bauen. Das aufstrebende Stuttgart beschloß, 1906 eine neue und größere Markthalle zu bauen. Im 2. Weltkrieg schwer beschädigt, wurde sie 1953 wieder aufgebaut. 1971 konnte sie mit einer Stimme Mehrheit im Gemeinderat vor dem Abbruch bewahrt werden.

Der erste Evangelische Kirchentag fand bereits im Sept. 1850 statt. (Es war der dritte in Deutschland). Weitere Evang. Kirchentage nach dem Krieg in Stuttgart: 1952, 1969 und im Juni 1999.

Der Autokonzern Daimler Chrysler verfügt über die größte private Bibliothek in der Stadt. Rund 170 000 Bücher.

Das Katharinenhospital ist mit 890 Betten das größte Krankenhaus in Stuttgart. Gefolgt vom Bürgerhospital mit 761 Betten. (Quelle: Bild 05/99)

Das Wera-Haus, Nißlestr.22 (früher Mühlenstr.) Stuttgart-Berg. Am 1. Januar 1806 wurde Kurfürst Friedrich II zum ersten württembergischen König gekrönt. Sein Nachfolger war Wilhelm I.. Dessen Sohn Karl heiratete die russische Großfürstin Olga. Die Nichte Wera Konstantinowa (1854-1932) war mit dem württembergischen Herzog Wilhelm Eugen verheiratet. Nachdem König Karl den Bau der Berger Kirche tatkräftig unterstützt hatte, stiftete die Herzogin Wera 1904 dieses Haus als Gemeindehaus der Kirche. Ein Kindergarten, ein Gesellenheim, Chorübungsräume und ein Restaurant wurden hier eingerichtet. Ab 1977 praktiziert die erste Krankengymnastikschule Stuttgarts in diesem Hause. Den Namen des Gründers trägt die Schule seit 1993 – Dr. Peter-Simon-Schule.

Der Stuttgarter Liederkranz ist Deutschlands größter Gesangverein. Er wurde 1824 gegründet. Er stellt mit 260 aktiven Sängerinnen und Sängern den größten Konzertchor unter den 20 000 Chören des Deutschen Sängerbundes (April 99). Der Liederkranz hat auch ein Stück Stuttgarter Musik- und Kulturgeschichte geschrieben; 1839 Errichtung des Schiller-Denkmals und die 1865 eingeweihte Liederhalle. Im Jahr 1878 Stiftung der Schubertbüste. Sie wurde während des 2. Weltkrieges eingelagert und ist danach im Magazin des Stadtarchivs verschwunden. Am18.10.1999 wurde eine Kopie der Büste der Stadt übergeben und auf dem „Platz der deutschen Einheit“ aufgestellt.

Königsbau  (Königstr. 28, 1855-59; 1958-59) Den klassizistischen Bau mit den 26 ionischen Säulen ließ König Wilhelm I. von Johann Michael Knapp und Christian Friedrich Leins planen und bauen. Er war Stuttgarts erstes Kaufhaus mit der ersten Ladenpassage. Zum anderen gab er den repräsentativen Rahmen für Hoffeste. Nachdem der Königsbau 1944 ausgebrannt war, erfolgte 1958-59 der Wiederaufbau durch Karl Schwaderer. Nach einem Innenumbau kehrte 1991 die Stuttgarter Wertpapierbörse, die bereits von 1861 bis in die 20er Jahre hier beheimatet war, in den Königsbau zurück.

Königsstraße. Am 15. Juli 1977 wurde die Fußgängerzone in der unteren Königstraße eingeweiht. Zwei Jahre später war auch die obere Königstraße als Fußgängerzone fertig. Die Platanenallee wurde 1979 (1976) zur Bundesgartenschau gepflanzt und zählt 157 (135) Bäume.

Stuttgart-Berg. Wichtiger Badeort. Erster Industriestandort Württembergs.

Pragfriedhof – Krematorium. Der Pragfriedhof wurde 1873 als städtischer Zentralfriedhof eröffnet. Der Ulmer Münsterbaumeister August Beyer hatte die neogotischen Bauten wie Kapelle und Leichenhalle entworfen. 1906 war eine Erweiterung notwendig. In diesem Zusammenhang entstand 1905-07 das Krematorium. Gebaut wurde es nach den Plänen von Wilhelm Scholter im neobarocken Stil mit Jugendstileinflüssen. Zentrum der Anlage ist die überkuppelte Feierhalle. 1980-83 wurde das Krematorium erweitert.

Banales im Jahr 1975 in Stuttgart. Das Bier auf dem Wasen kostet 3,80 DM, der SSB Fahrschein 1,30 DM, der VfB steigt in die zweite Liga ab. Manfred Rommel tritt als Oberbürgermeister an. In Degerloch eröffnet der erste Aldi.

Die Stuttgarter Jugendherberge wurde 1951 in der Haussmannstr. als eine der ersten in einer Großstadt gebaut. Sie galt damals als „größte, schönste und modernste im Bundesgebiet“. Fast 50 Jahre später liegt der 250 Bettenbau mit 42 000 Übernachtungen pro Jahr nur noch an dritter Stelle im Land (Heidelberg, Freiburg). Die letzte Renovierung fand 1986 statt.

Die Stadt und die Universitäten. Anno 1770 gründete Herzog Carl Eugen in der Residenzstadt Stuttgart die Hohe Carls-Schule, die 1781 zur Universität erhoben wurde. Doch schon sein Nachfolger ließ die ruhmreiche Eliteschmiede wieder schließen. Erst König Wilhelm I. von Württemberg war dauerhafter Erfolg beschieden und das gleich zweifach: 1818 ließ er auf Drängen seiner Frau Katharina in Hohenheim eine landwirt-schaftliche Unterrichts-, Versuchs- und Musteranstalt errichten, 1829 im Stuttgarter Talkessel am heutigen Stadtgarten die Vereinigte Real- und Gewerbeschule, später Technische Hochschule. Beide Einrichtungen wurden 1967 in „Universität“ umbenannt.

Schon Ende der fünfziger Jahre begann der Ausbau des Campus in Vaihingen. Inzwischen befinden sich rund zwei Drittel der Institute und Forschungseinrichtungen der Uni Stuttgart am Pfaffenwald. Insgesamt 14 Fakultäten bieten über 50 Studienfächer an – von Architektur bis Umweltschutztechnik. Schwerpunkt sind die Ingenieurs- und Naturwissenschaften, dazu kommt ein umfangreiches sozial- und geisteswissenschaftliches Fächerspektrum. Die Gesamtzahl der Studenten liegt zurzeit (Ende 1999) bei 15 200.

Rund 4300 Studierende sind dieses Semester (Ende 1999) an der Uni Hohenheim eingeschrieben Neben den Natur- und Agrarwissenschaften bilden die Wirtschaftswissenschaften den größten Schwerpunkt.

Beide Unis haben einen Kooperationsvertrag mit der Uni Tübingen geschlossen. Dazu gehören gemeinsame Studiengänge, Forschungsprojekte und die Zusammenarbeit mit dem Institute of Management and Technology (SIMT), dessen Neubau in unmittelbarer Nähe der Universität Hohenheim entsteht.

Wagenburgtunnel (Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Stuttgart-Ost). Die ersten Planungen stammen aus den 20er Jahren. Erste Bauarbeiten begannen 1941, als das Reichsministerium für Luftfahrt nach geeigneten Standorten für Großluftschutzräume suchte. Bis 1943 wurden die beiden Vorstollen, ein Teil des Gewölbes sowie die Mündungsbauwerke an beiden Seiten gebaut. In den letzten Kriegsjahren fanden im nicht einmal halb fertigen Tunnel bis zu 15 000 Menschen Schutz vor den Luftangriffen. Erst im Jahr 1954 wurde der Weiterbau endgültig besiegelt. Am 17.März 1958 wurde die Südröhre dem Verkehr übergeben. 14 Millionen Mark hatte sie gekostet und ist 824 Meter lang.

Metropol (Bolzstr.10) Ehemaliges Empfangsgebäude des Alten Bahnhofs aus dem Jahr 1846. Das Metropol, nach dem Krieg die neue Heimat der Illusionen. Aus dem alten Bahnhof mit seinen Rundbögen war 1926/28 nach Verlegung der Gleise (Stilllegung 1922) das Ufa-Lichtspielhaus geworden. Der „Ufa-Palast“ wurde im Krieg stark beschädigt und 1948 begann der Wiederaufbau. Man baute einen von Kino und Varieté doppelt genutzten Saal mit 1300 Sitzplätzen und zwei Kuppeln. Die feierliche Eröffnung im Kino-Varieté „Metropol“ war am 1.August 1949.

1960 hatte das Metropol geschlossen. Die Zeit der Stadtkinos (1953 gab es 36 Kinos) und Varietés war vorbei. Nun wurde es als „Palast-Kino“ weitergeführt, das man in den 70er Jahren mit fünf Sälen verschachtelte.

Jetzt nach der Renovierung des Gebäudes ist der alte Theatersaal in drei Kinos unterteilt und eine Kuppel wieder freigelegt worden. Eröffnung des neuen Metropol Kinos war am 3.Februar 2000. Gebäudebesitzer: NWS   Kosten für die Gebäudesanierung: 25 Millionen DM. Gesamtkosten für den Kinoumbau durch die Fam. Mertz bei 6,5 Millionen DM – 700 Zuschauer.

Teehaus im Weißenburgpark. Der Stuttgarter Industrielle und Antikenforscher Ernst von Sieglin ließ im Jahre 1913 das Teehaus mit Marmorsäulen und Kuppeldach und auch einen Marmorsaal im Park der Villa Weißenburg errichten. Die Villa selbst war bereits 1844 für den Hofbediensteten Heinrich Fellger als Ausflugs- und Kurgasthaus gebaut worden. Als Baumeister wurde der Architekt Heinrich Henes beauftragt. Die klassizistische Villa Weißenburg ließen die Stadtväter 1964 abreißen und der Rest der Anlage versank in einen Dornröschenschlaf. Erst 1989 konnten die noch erhaltenen Gebäude ( Teehaus und Marmorsaal ) restauriert werden, und es eröffnete der Gastronomiebetrieb. Lohnenswert ist auf jeden Fall ein Besuch der Aussichtsplattform, die etwa 30 Meter oberhalb der Terrasse liegt. Das Teehaus ist in der Saison ( März-Oktober) täglich von 11 bis 23 Uhr geöffnet.

Birkenkopf. Ein Mahnmal aus Trümmern. Ein solches ist der Birkenkopf, im Volksmund „Monte Scherbelino“ genannt. Seine jetzige Höhe von 511 Metern entstand nach dem zweiten Weltkrieg durch die Aufschüttung von Trümmern aus der zerstörten Stadt. Auf einer Gedenktafel ist zu lesen: “Den Opfern zum Gedächtnis, den Lebenden zur Mahnung“. Ursprünglich betrug seine Höhe 471 Meter.

Das erste öffentliche Telefon in Stuttgart (Alter Bahnhof ). Am 16. Oktober 1899 weihte man den ersten Fernsprechautomaten Stuttgarts in der Halle des alten  Bahnhofs in der Bolzstraße feierlich ein. Der Ort, den die Stuttgarter als Zentrum und Sinnbild der modernen Kommunikation gewählt hatten, lag mitten in der Stadt: in der heutigen Bolzstraße am Schlossplatz, dem Neuen Schloss schräg gegenüber. Die Reisenden kamen dort in einer prächtigen Empfangshalle an, die Karl Etzel in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts entworfen und Georg Morlok in den sechziger Jahren umge-baut hatte. In den beiden Bahnhofshallen gab eine gusseiserne Tragwerkskonstruktion den Blick frei auf jenes unbestimmte Licht, das am Ende der Gleise den Übergang in die Unbekannte und ungewis-se Fremde markierte. Der Stuttgarter „Centralbahnhof“ war am 12. September 1846, dem 65. Geburtstag König Wilhelms I., eröffnet worden. 1890 registrierte man über vier Millionen Bahnreisende, 1900 dann waren es schon knapp siebeneinhalb Millionen – so viele, dass der Hauptbahnhof zu klein wurde und man den Plan für einen Neubau fasste, für den Stuttgart heute bekannt ist. Das unter Paul Bonatz erbaute Bahnhofsgebäude löste 1912 den alten Bahnhof ab.

Villa Gemmingen (Mörikestraße 12). Die Villa wurde 1909-11 von den Stuttgarter Architekten Albert Eitel und Eugen Steigleder für den königlich-württembergischen Kammerherrn Fritz Freiherr von Gemmingen-Hornberg und dessen Frau Dora gebaut. Sie war die Tochter des bedeutenden Stuttgarter Industriellen Gustav Siegle. Für den repräsentativen Neubau wurden damals zwei ältere Villen am Osthang der Karlshöhe abgebro-chen. Während des Zweiten Weltkriegs waren dort Wehrmacht und SS untergebracht, nach dem Krieg Dienststellen der französischen, der US-Armee und der Bundeswehr, bevor es Sitz des Polizeipräsidiums war und dann vom Land für dessen Denkmalamt gemietet wurde. Die Stadt Stuttgart kaufte 1955 die Villa für 1,9 Millionen Mark. Am 7.12.00 beschloss der Gemeinderat, die Villa für ca. 9,5 Millionen Mark an Freifrau von Tessin zu verkaufen. Die Käuferin will die Villa nach dem Auszug des Landesdenkmalamtes spätestens im Sept. 2002 für Veranstaltungen bis hin zu Seminaren öffnen und verfolgt eine weit gehende kulturelle Nutzung.

Villa Reitzenstein (Richard-Wagner-Straße 15 ). Die Villa ist benannt nach einer Tochter des Stuttgarter Verlegers Eduard Hallberger, Helene von  Reitzenstein. Die Witwe eines Generals ließ das Palais von 1910 bis 1913 von den Architekten Hugo Schlösser und Johann Weirether aus Maulbronner Sandstein erbauen. 1922 kaufte der württembergische Staat das Anwesen, 1925 zog die Regierung ein.1933 hissten die Nazis eine Hakenkreuzflagge auf der Kuppel. Kurz vor Kriegsende ordnete der Reichsstatthalter die Sprengung an – sie wurde jedoch verhindert. Nach dem Krieg diente die Villa der amerikanischen Militärregierung, ab November 1945 trafen sich hier die Vertreter der amerikanisch besetzten Länder. 1948 kehrte das Staatsministerium an seinen alten Platz zurück. Seit 1952 ist die Villa Amtssitz des Baden-Württembergischen Ministerpräsidenten.

Städtisches Lapidarium (Mörikestr. 24/1). Das städtische Lapidarium ist am 8. Juli 1950 eröffnet worden. Mehr als 200 steinerne Überreste aus der Vergangenheit der Stadt haben sich im Laufe der Zeit angesammelt. Der Name Lapidarium leitet sich aus der lateinischen Bezeichnung „lapis“ für Stein ab. Lapidarium bedeutet übersetzt  „Sammlung von Steindenkmalen“. Das Lapidarium entstand aus einer Gartenanlage der Villa Ostertag-Siegle. Gustav Siegle baute 1886 für seine Tochter Margarethe und seinen Schwiegersohn Karl von Ostertag-Siegle ein Haus. Jener war Anhänger des italienischen Renaissance-Stils und legte den dazugehörigen Garten nach diesem Vorbild an. Auf mehreren Italienfahrten erstand Karl von Ostertag-Siegle archäologische Fundstücke und stellte sie in seinem Garten aus. Zu den Ausstellungsstücken gehören die Apollo-Statue, der Mosaikbrunnen und stadtrömische Antiken. Sie stehen bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts an ihren Plätzen im Renaissance-Park und prägen den Charakter des unteren Teils des Lapidariums mit. Diese Gartenanlage ist einzigartig in Süddeutschland. Ein abrupter Wechsel in Architektur und Bewuchs zeigt sich dem Besucher auf dem Serpentinenweg zum oberen Teil des Lapidariums. Dichter Bewuchs säumt den schmalen Laubweg, der sich die Karlshöhe hinaufschlängelt. Der Weg wurde 1912 angelegt. Er verband die Gärten der Villen Ostertag-Siegle und Gemmingen. In der Villa Gemmingen wohnte eine weitere Tochter des Gustav Siegle, und durch den Fußweg konnten sich die Schwestern besuchen.Am oberen Teil des Weges betritt der Besucher den zweiten Teil des Lapidariums. Er ist naturnah gestaltet und seit seiner Einweihung am 8.7.1950 durch Oberbürgermeister Arnulf Klett Ausstel-lungsgelände. Das Stadtarchiv führt es seit etwa 30 Jahren (ca. 1970). Ein Teil der Stuttgarter Exponate wurde ab 1900 beim Abriss alter Häuser gesammelt, ein anderer Teil nach dem Krieg aus dem Schutt ausgegraben. Architektonisch und historisch besonders wertvolle Bauteile sind das Portal der Großen Mühle in Berg (1613), die Eingangsfassade vom Wohnhaus des Baumeisters Heinrich Schickardt (1596) und das Portalfragment des Alten Steinhauses (etwa 1250). Glanzstücke bilden auch Werke von Johann Heinrich Dannecker. Darunter sind die Marmorkopie seiner Quellnymphe und der Zinkguss seiner bekannten Wasser- und Wiesennymphe. Dazu kommen zahlreiche Häuserteile, Plastiken, Konsolen, Schlusssteine, Grabplatten und Wappensteine aus Stuttgart und Umgebung. Für die Grabungen nach 1945 wurde bereits am 18.8.1945 eine „Städtische Kommission zur Erhaltung von Kunstwerken und Baudenkmalen“ ins Leben gerufen. Stuttgart verdankt dieser Kommission sein umfangreiches Lapidarium.

Schwabenbräu – Familie Leicht (Vaihingen). Im Jahr 1878 gründete Robert Leicht nach dem Kauf des Gasthofes Ochsen in Vaihingen eine Brauerei, die zu einer der größten in Privatbesitz in ganz Deutschland wuchs. Bereits 1891 lieferten Bierkutscher 100 000 Hektoliter Schwaben Bräu aus. Nach dem Tod seines Vaters übernahm Robert Leicht jun. den Betrieb. Immer mehr wurde gebraut, die Produktion musste modernisiert werden. 1911 wurde erstmals mechanisch Bier in Flaschen abgefüllt – der Beginn der industriellen Gedrän-geproduktion. Der Maschinenpark wuchs, die Biermengen stiegen, das im Herzen Vaihingens gelegene Fabrikgelände expandierte auf 64 000 Quadratmeter. 1930 gründete Leicht die Vaihinger Fruchtsaft GmbH. 1951 wurde das Familienunternehmen in eine AG umgewandelt. 1996 erfolgte die Fusion mit Konkurrent Dinkelacker. 1997 dann das Ende der Brautradition in Vaihingen. Die Bierproduktion wurde auf dem Dinkelacker-Areal in Stuttgart-Süd konzentriert, Vaihinger Fruchtsäfte gingen in der Niehoff-Gruppe auf.

Schokosüße Erinnerungen. 1912 gründete in Bad Cannstatt der Konditormeister Alfred Ritter seine Schokoladenfirma, die, inzwischen in Waldenbuch, ihr Sortiment auf das Schokoquadrat beschränkt. 1899 zog die 1957 gegründete Firma Staengel & Ziller von der Olgastraße nach Untertürkheim um. Deren bekanntestes Produkt war die Eszet-Schnitte, die heute noch einem Steg den Namen gibt. Wie der zu Stande kam? Ausgehende Waren wurden mit den Initialen der Firmenchefs signiert, bis man auf die Idee kam, die Buchstaben S und Z auszuschreiben – et voilà – Eszet war geboren. Überall in der Stadt sprossen Schokoladenfabriken aus dem Boden. Im Osten 1923/24 die Firma Schoko-Buck, die allerdings 1970 von Tobler geschluckt wurde; in Obertürkheim begann der Kaufmann Karl Haller 1921 mit der Schokoladenproduktion und kaufte 1948 sogar den alteingeses-senen und größten Schokoladenhersteller Württembergs auf, die Firma Moser-Roth in der Calwer Straße. Am Längsten hatte Waldbaur in der Rotebühlstraße den Fusionsgelüsten standgehalten: Von 1848 bis 1976 hielt sich die Firma der beiden Waldbaur-Brüdern, bis sie, wie Eszet, die Markenrechte an die Kölner Schokoladenfabrik Stollwerk verkaufte.  

Erste Toilettenanlage Stuttgarts. 1905 wurde in Stuttgart die erste öffentliche Toilettenanlage geplant und etwa 1920 am Ostendplatz realisiert. Das Klohäuschen mit seinem pagodenartigen Dach half manchem Passanten in über sechs Jahrzehnten aus der Not. Dann, Anfang 1985, wurde es geschlossen, weil außen und innen in einem desolaten Zustand. Da aber niemand darauf verzichten wollte, wurde es unter Verwendung der alten Dachkonstruktion in seinen Originalabmessungen fast vollständig erneuert und sogar als Kultur-denkmal anerkannt. Im Dezember 1986 öffnete Stuttgarts älteste Toilettenanlage wieder. 52 Öffentliche Toilettenanlagen (Stand Sept. 2000) sind in Stuttgart rund um die Uhr geöffnet.

Stadion-Chronik:

1933 Neubau des Stadions zum Deutschen Turnfest

1949 Umbenennung der ehemaligen Kampfbahn in Neckarstadion

1949-1951 Bau der offenen Gegentribüne

1955-1956  Erweiterung der Cannstatter und Untertürkheimer Kurve

1963 Bau der ersten Flutlichtanlage

1969 Einbau der Kunststofflaufbahn

1971-1973  Stadionausbau zum Deutschen Turnfest 1973 und zur Fußball-WM 1974

1986 Einbau der Video-Vollmatrix-Anzeigetafel zur XIV. Leichtathletik-EM

1990 Einbau einer Rasenheizung

1993 Umbenennung in Gottlieb-Daimler-Stadion, Modernisierung des Stadions zur Leichtathletik-WM 1993 (erster Bauabschnitt): Überdachung des Stadions, Umwandlung der Steh- in Sitzplätze, Umbau der Haupttribüne und der Gegentribüne.

1999-2001 Modernisierung im Rahmen des zweiten Bauabschnitts: Einbau eines zweiten Ranges über der Haupttribüne, Bau von 44 Logen mit 678 Plätzen.

Feuerwehr Stuttgart. Im Jahr 2002 feiert die Freiwillige Feuerwehr Stuttgart ihr 150-jähriges Jubiläum. 1852 trafen sich 150 Interessierte und die Freiwillige Feuerwehr war gegründet. 39 Jahre später, im Jahr 1891, wurde schließlich die Berufsfeuerwehr gegründet. Bei der Freiwilligen Feuerwehr gibt es 25 Abteilungen.

Treffpunkt Rotebühlplatz. Im Jahre 1992 wurde der Treffpunkt Rotebühlplatz eröffnet.

Wilhelma-Theater. Im Sommer 1837 beauftragte König Wilhelm I. von Württemberg den Architekten Ludwig Wilhelm von Zanth mit dem Bau eines "Königlichen Hoftheaters zu Kannstatt" - zur "Hebung des Badeverkehrs". Am 29. Mai 1840 wurde das Wilhelma Theater mit der Ballettpantomine "Der Zauberschlaf" feierlich eröffnet. Sieben Jahre später wurde der Spielbetrieb aus Geldmangel eingestellt. Lange ungenützt, richtete die amerikanische Besatzungsmacht hier ein Kino ein. 1987 wurde das Wilhelma Theater aufwendig originalgetreu restauriert und als Lehr- und Lerntheater der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart wiedereröffnet.

Städtepartnerschaften der Stadt Stuttgart. Die Landeshauptstadt Stuttgart unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu insgesamt zehn Städten in neun Ländern auf vier Kontinenten. Die älteste Partnerschaft besteht seit 1948 mit St. Helens in Großbritannien. Die jüngste ging Stuttgart 1992 mit der russischen Stadt Samara ein.

  1. Partner der ersten Stunde: St. Helens (Großbritannien) 1948,
  2. Hauptstadt von Wales: Cardiff (Großbritannien) 1955,
  3. "Sister-City" am Mississippi: St. Louis (USA) 1960,
  4. Stadt europäischer Institutionen: Straßburg (Frankreich) 1962,
  5. Stadt der Gegensätze: Mumbai (früher Bombay) (Indien) 1968,
  6. Tunesische Schwester: Menzel Bourguiba (Tunesien) 1971,
  7. Weltstadt am Nil: Kairo (Ägypten) 1979,
  8. Geographischer Mittelpunkt des Landes: Lodz (Polen) 1988,
  9. Metropole Mährens: Brünn (Tschechische Republik) 1989,
  10. Jüngste Partnerstadt: Samara (Russland) 1992.